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Teichhaltung von Trachemys scripta scripta

Der etwas andere „Ganzjahresteich“

Das Becken

An einem verregneten Samstagvormittag (11.08.2006) fuhren ein Freund und ich durch Hamburg, um ein gebrauchtes 500 Liter Aquarium samt Zubehör abzuholen. Zu unserer großen Freude stellte sich heraus, dass sich das Objekt der Begierde in einer Wohnung im vierten Stock befand (...hast du denn vorher nicht gefragt?). Es war eine tolle, gemeinsame Erfahrung dieses Monstrum und danach seine Unterkonstruktion (nochmals gefühlte „eine“ Tonne) durch das enge Treppenhaus zu bugsieren. Mein Freund war schon zu Beginn recht skeptisch, was das ganze Projekt anging - jetzt war er komplett bedient. Wir brachten unsere „tonnenschwere“ Last nach Haus und dort auch noch in unseren Keller. Ich begann dann mit der Installation.

Das Becken hatte einen entsprechend großen Außenfilter, einen Heizstab, zwei HQL-Strahler mit je 75 Watt und keine Abdeckung. Der Landteil wurde durch ein zwischen die Scheiben geklemmtes Stück Naturkork gebildet, von dort führte der Weg direkt zum externen Eiablageplatz.

Die Filterung des Wassers geschah einmal durch den externen Filter und zum anderen durch eine Art zweistufigen Biofilter. Auf einer Querseite des Beckens hing, auf Niveau des Wasserspiegels, ein mit Blähton gefüllter und bepflanzter Blumenkasten, durch den das Wasser mittels einer kleinen Pumpe hindurchgezogen wurde. Danach wurde das Wasser in einen längsseitig über dem Wasserspiegel stehenden Blumenkasten gepumpt. Dieser war ebenfalls mit porösem Material gefüllt und bepflanzt. Am Ende lief das Wasser auf natürlichem Wege in das Becken zurück. Die Idee zu dieser Art Filterung kam mir beim Studium der Seite www.turtle.technik.de. An dieser Stelle vielen Dank für die tollen Ideen und Anregungen! Die Pflanzen in den Kästen wuchsen explosionsartig und das gesamte System hat von Anfang an einwandfrei funktioniert. Ich habe 12 Monate lang keinen Wasserwechsel vorgenommen und lediglich verdunstetes Wasser nachgefüllt. Die Wasserwerte waren immer einwandfrei.   

Bis dahin also alles einwandfrei - könnte man meinen. Es gab eigentlich nur zwei Probleme: Lahmy wurde Zusehens größer und es roch leicht nach Gartenteich und feuchter Gartenerde im Keller. War der erste Punkt meiner Frau noch ziemlich egal, wurde der zweite doch recht schnell zum ewigen Stein des Anstoßes.

Für alle männlichen Leser in einer festen Beziehung ist an dieser Stelle klar: es musste etwas geschehen, sollte Lahmy nicht wieder im Planschbecken auf der Terrasse landen! Also wieder in die Planungsphase einsteigen, wieder viele neue Fragen und Probleme. In dieser Zeit hörte ich oft den Vorschlag, das Tier doch einfach in den vorhandenen Gartenteich zu setzen, man habe gehört, dies sei überhaupt kein Problem, der Nachbar oder Schwager oder Vereinskollege würde es seit Jahren so machen. Nun war ich aber bereits so belesen, dass mir die Risiken einer ganzjährigen Teichhaltung bekannt waren und ich dieses deshalb für unseren Fall ausschloss. Trotzdem reifte in diesem Zusammenhang eine Idee.                         

Das Projekt